mehr verkaufen:

Mehr verkaufen mit besserem Marketing

So geht's!

Kommentare 0
Kategorie Mehr verkaufen

Als digitaler Nomade arbeiten: Interview mit Jan Schulze-Siebert

Erfahrungen, wie man Inbound-Marketing und Laptop-Lifestyle verbindet

Während die einen noch über die Vor- und Nachteile des Homeoffice streiten, leben die anderen bereits einen völlig unabhängigen Lebensstil. Sogenannte digitale Nomaden gehören schon seit einigen Jahren zum Arbeitsalltag dazu. Manche nutzen alle Möglichkeiten der Globalisierung, um Steuern zu sparen, andere genießen einfach nur die Freiheit, dort zu arbeiten, wo es ihnen gefällt – das kann auch der eigene Balkon mit Blick ins Grüne sein.

Kurz gesagt:

Manche digitalen Nomaden wechseln ihre Staatsbürgerschaft oder geben ihre Wohnung auf. Andere, wie Jan Schulze-Siebert, testen den mobilen Lebensstil ausgiebig und arbeiten dann von zu Hause aus.

Globalisierung und Digitalisierung bereichern unsere Arbeitswelt mit unendlich vielen Möglichkeiten, besonders effizient oder besonders anregend Geld zu verdienen.

Digitale Nomaden und Perpetual Traveler

Viele Konzepte wie Remote Work, die heute als neu und innovativ gefeiert werden, gibt es in Wirklichkeit schon lange. Darauf verweist auch der Ausdruck „digitale Nomaden“. In einer globalisierten und digitalisierten Welt braucht man in vielen Branchen nur einen Computer und einen Internetanschluss, um arbeiten zu können. Aber für Arbeitnehmer sind Telearbeit und Homeoffice nicht immer die ideale Lösung. Wer am Arbeitsplatz wohnt, muss klar zwischen Arbeit und Freizeit trennen können.

Die rechtlichen Bestimmungen machen die Sache nicht einfacher. Grundsätzlich kann ein Unternehmen seinen Arbeitnehmern erlauben, von zu Hause aus zu arbeiten. Dafür kann es Mittel für eine Büroeinrichtung zur Verfügung stellen. Auch die Unfallversicherung ist auf einen festen Arbeitsplatz eingestellt, der in den Räumlichkeiten des Arbeitnehmers liegt. Komplizierter wird es in den Räumlichkeiten Dritter. Das gängige Modell ist in diesem Fall die Abrechnung als Dienstreise oder als Außendiensttätigkeit. Nicht alle Firmen sind bereit, sich darauf einzulassen, wenn sie dadurch keine handfesten Vorteile haben.

Die Flaggen-Theorie

Eine Möglichkeit, überall arbeiten zu können, ist es, sich selbstständig zu machen. Manche gehen aber noch weiter und suchen sich nicht nur für ihre Arbeit den Ort, der für sie optimal ist. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Theorie der drei (oder fünf) Flaggen. Sie besagt, dass man:

  • Staatsbürger eines Landes werden sollte, das Auslandseinkünfte nicht besteuert
  • seine Einnahmen dort melden sollte, wo darauf keine Steuern erhoben werden
  • den Unternehmenssitz in einem Land mit niedrigen Unternehmenssteuern haben sollte
  • sein Geld in einem Land anlegen sollte, wo es gute Zinsen bringt
  • dort Urlaub machen sollte, wo das Leben schön und preiswert ist

Arbeiten in einer (fast) globalisierten Welt

Wer weniger Steuern zahlen will, braucht entweder einiges an Startkapital, um sich einen Pass zu kaufen (z. B. in Malta 500.000 Euro Kosten + 650.000 Euro Stiftungskapital; Dominikanische Republik 35.000 Dollar) oder muss einige Jahre im Land leben.

Wenn Ihnen das zu extrem ist, können Sie sich vom Interview inspirieren lassen, das wir mit Jan Schulze-Siebert geführt haben. Er ist einer der vielen digitalen Nomaden, die nicht permanent unterwegs sind und ihre Unabhängigkeit auch zu Hause genießen können.

In jedem Fall braucht man eine gute Planung, um bei den Regelungen für Steuer, Krankenversicherung usw. den Überblick zu behalten. Einige Agenturen bieten Beratung dafür an, aber hüten Sie sich vor verlockenden Versprechen, z. B. dass Sie nie wieder Steuern zahlen müssen.

Interview mit Jan Schulze-Siebert

Wie bist du auf den Gedanken gekommen, dass du den „Laptop-Lifestyle“ leben willst?

Ich habe meine ersten beruflichen Erfahrungen nach meinem Uni-Abschluss bei einem Start-up in München gesammelt. Wie es in einem Start-up so ist, kann man viel mitwirken, erhält tiefe Einblicke und kann sich somit ausleben.

Da wir anfangs ein kleines Team waren, war es einfacher, unsere erste Workation (Work + Vacation: Arbeiten + Urlaub machen) zu organisieren. Alle packten ihren Laptop ein und wir verbrachten eine Woche auf Mallorca in einer gemieteten Finca. Das hat super funktioniert, sodass das Konzept Laptop-Lifestyle in mir immer stärker wuchs.

Mitte 2017 machte ich mich dann selbstständig, um mein Business für eine Zeit lang dauerhaft ortsunabhängig zu betreiben.

Für welche Kunden und Branchen arbeitest du?

Selbstständig habe ich mich mit janschulzesiebert.com im Bereich Online-Marketing und der Spezialisierung auf Inbound-Marketing gemacht. Meine Kunden sind demnach kleine und mittlere Firmen, die mit der Inbound-Marketing-Methode auf nachhaltiges Wachstum mit relevanten Inhalten setzen wollen.

Darüber hinaus wende ich mein Know-how auch auf eigene Blogs und Online-Projekte an, die mir Einnahmen bringen und mich unabhängig machen.

Wie sieht deine Arbeit aus?

Zu meinen Aufgaben zählen sowohl das Entwerfen einer Strategie als auch das Umsetzen der einzelnen Maßnahmen. Im Detail heißt das, ich arbeite im Bereich SEO an Keyword- und Themen-Recherchen, schreibe zum Teil selbst Texte für meine Kunden und erstelle und gestalte das komplette Marketing-System. Das fängt bei der Website an und hört beim Opt-in für den Content Funnel oder die E-Mail-Liste auf. Für das Remote-Arbeiten ist es daher von Vorteil, dass klare Ergebnisse oder Milestones gesetzt sind und man zwischen diesen frei und selbstbestimmt arbeiten kann.

Wie suchst du dir die Orte aus, an denen du arbeitest?

Direkt nachdem ich mich selbstständig gemacht habe, war ich als digitaler Nomade unterwegs. Ich wollte die Welt sehen und ausprobieren, wie es ist, woanders zu arbeiten. Meine Orte habe ich mir damals so ausgewählt: Es waren Hot Spots für digitale Nomaden, an denen ich mit anderen digitalen Nomaden verabredet war, auf Konferenzen ging oder an Workations teilnahm. Einen Platz zum Arbeiten findet man auf der Welt an vielen verschiedenen Orten.

Mittlerweile bin ich zurück in München, habe ein entspanntes Home Office und flexible Coworking-Möglichkeiten.

Strand, Hotel-Lounge, Kaffee-Bar oder Coworking-Space? Wo arbeitest du am liebsten und warum?

Ich muss zugeben, Strand habe ich bisher gar nicht gehabt. Meine Arbeitsplätze waren entweder Cafés, Coworking Spaces oder auf der Veranda mit Blick ins Grüne. Die Abwechslung ist es für mich, die den Laptop-Lifestyle so interessant macht. Nicht jeden Tag den gleichen Platz zu haben, war aufregend für mich.

Was waren die Hürden, die du überwinden musstest, um unterwegs produktiv arbeiten zu können?

Vom Kopf her hatte ich quasi keine Hürden, die ich überwinden hätte müssen. Ich war stets mit Leuten unterwegs, die auch ortsunabhängig leben und arbeiten wollten. Das machte es mir einfacher, mich auch auf meine Aufgaben zu konzentrieren. Außerdem hatte ich mich gerade erst selbstständig gemacht, daher war meine Motivation übergroß und ich wollte so viel machen und schaffen, um mir eine gute Grundlage zu legen. Sogar für meine Youtube-Serie zum Laptop-Lifestyle hatte ich Zeit und Orte, diese zu drehen.

Hin und wieder war das Internet an manchen Orten doch nicht so wie erwünscht. Das war für mich so gesehen das größte Hindernis.

Ist Perpetual Traveling für dich eine Option?

Nein, das ist erst mal keine Option für mich. Ich hatte mein digitales Nomadenleben auf 8 Monate begrenzt, um es auszutesten und herauszufinden, ob es etwas für mich ist.

Dabei habe ich tolle Erfahrungen gemacht und viele neue Leute kennengelernt. Allerdings muss ich für mich persönlich sagen, dass das ganze Rumreisen und immer neue Arbeitsplätze suchen auch anstrengend sein kann. Ich möchte daher gar nicht komplett nomadisch leben.

Ich bin super zufrieden, eine Home Base in München zu haben und trotzdem mit der Freiheit zu leben, dass ich jederzeit für einige Zeit meinen Arbeitsplatz woandershin verlagern kann. Workations sind demnach mein Konzept, das mich erfüllt.

Wirst du manchmal von deinen Eltern gefragt, wann du dir einen richtigen Job suchen willst?

Anfangs waren meine Eltern etwas skeptisch, was ich denn machen würde. Das lag aber eher daran, dass, wenn man wenig mit Online zu tun hat, die Jobs und Aufgaben nicht konkret einschätzen kann. Mittlerweile wissen sie, welche Aufgaben ich für Kunden übernehme, und können sich unter meinem Job etwas Genaueres vorstellen. Auch freut es sie natürlich, dass ich meine Erfahrungen als digitaler Nomade gemacht habe und ich nun quasi wieder sesshaft geworden bin.

Was können Unternehmen auf Instagram posten? Fotos! Aber die richtigen, bitte!

Online-Tools für Texter und Marketer

Inbound-Marketing-Kanäle auf YouTube, aktuell präsentiert.

Über diesen Blog

  • Professionelle Marketingtipps
  • Leicht verständlich
  • Auf den Punkt gebracht

Team

Ursula Martens
Texterin, Autorin & Textercoach
Susanne Stiemke
Grafik & Design
Torsten Materna
Programmierung & Marketing
Thorben Grünewälder
Texter & PR-Berater

meistgelesen

3208 Aufrufe | veröffentlicht am 20. April 2018
2836 Aufrufe | veröffentlicht am 09. Februar 2018
2381 Aufrufe | veröffentlicht am 02. Februar 2018

Das wird dich auch interessieren …

Inbound-Marketing für Handwerker? Interessant klingender Trend oder wirksame Methode für mehr Umsatz?

MailChimp und Klick-Tipp sind wahrscheinlich die bekanntesten Anbieter für die Verwaltung von E-Mail-Adressen und das Direkt- und Response-Marketing. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe anderer Anbieter mit speziellen Schwerpunkten wie CleverReach, GetResponse oder SendinBlue.

Blogs und Experten für Inbound-Marketing, die etwas zu sagen haben.

Kommentare

Bitte rechnen Sie 6 plus 9.

* = Pflichtfeld